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02.11.2014
   

Der Prozessbetrug von M.Louis Fauquet, Rechtsanwalt in Paris.


Von dem Rechtsanwalt meiner Vermieter, M.Louis Fauquet, erhielt ich im Laufe des Prozesses insgesamt zwei Zustellungen: die erste, als Einschreiben per Post, vom 9.Juni 2009, und die zweite, den sog. Schlussantrag, am Tag der Gerichtssitzung, dem 15.Juni 2010, und zwar durch seine Vertreterin, Rechtsanwältin Gabriella Visconti aus der Stadt Rom.

Die Vermutung liegt nahe, dass sein Prozessbetrug bereits für die Gerichtssitzung vor dem ersten Urteil am 2.Februar 2010 schriftlich vorgelegen hat, die Sitzung, für die ich (wahrscheinlich aus demselben Grund) nicht vorgeladen worden war. Es ist demnach nicht verwunderlich, dass er mir keine Ablichtung seiner entsprechenden Darlegung zugesendet hat – weder vor dem ersten Urteil noch im Anschluss daran. Denn er hätte riskiert, dass ich seine gesetzeswidrige Manipulierung noch vor Ablauf der Berufungsfrist aufgedeckt hätte, wenn ich nur die Gelegenheit gehabt hätte, diese Darlegung zur Kenntnis zu nehmen.

Hier nun sein Schlussantrag vom 15.Juni 2010 (einem Zeitpunkt, zu dem er wusste, dass ich nicht Berufung eingelegt hatte, sondern stattdessen den Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gestellt hatte, so dass er mir seine List jetzt ruhig mitteilen konnte):


    page I

    page II

Wie in seinem vorhergehenden Schriftsatz (vom Sommer 2009) lassen die Unwahrheiten nicht auf sich warten: "Nachdem Frau Annette Rochol die Stelle in Besitz genommen hatte," – eine seltsame Vorstellung von einer schlichten Mieterin, die hier sehr feindselig und ohne Belege geweckt wird... – "hat sie sich geweigert, das Abnahmeprotokoll und die Inventur zu unterzeichnen, die ihr die Ehegatten Calmon-Tretjak vorlegten." – eine Unwahrheit, die der Anwalt auf Seite 5 wiederholt. Seine Behauptung steht in deutlichem Widerspruch zu dem Vermerk, den M.Calmon auf der ersten Seite unseres Mietvertrags in der Rubrik "Abnahmeprotokoll" eingetragen hat . – Da wir uns sehr gut verstanden, erzählte er mir, dass die wenigen Möbel, mit denen er das kleine Zimmer von 10 m² ausgestattet hatte, vom "Sperrmüll" kamen (wobei er sogar den deutschen Ausdruck verwendete). In diesem Zusammenhang hätte ich natürlich auch die Inventur unterzeichnet, wenn er sie mir vorgelegt hätte, aber auf solch einen Gedanken kamen meine Vermieter damals nicht, oder sie führten ihn jedenfalls nicht aus.

    page III

"obwohl sie ordnungsgemäß vorgeladen war" – eine erneute Unwahrheit, für die er keinen Beleg hat, außer vielleicht der Aussage des Gerichtsvollziehers M.Louvion, der seinen Befehl bereits im Sommer 2009, auch ohne vollstreckbaren Titel, durchzusetzen versuchte.


    page IV

Diese Seite enthält – außer der wiederholten Unwahrheit, ich hätte mich seit Jahren geweigert, den revidierten Mietbetrag zu bezahlen – den eigentlichen Prozessbetrug : durch scheinbar präzise Hinweise auf Gesetzestexte erhält er den Anschein einer gediegenen juristischen Fundierung, sozusagen als Rahmen für eine ganz bewusst vorgebrachte Unwahrheit mit fatalen Auswirkungen: "In Anbetracht dessen, dass der Mietvertrag, der von den Parteien unterzeichnet wurde, im Artikel VI seiner Klauseln und Bedingungen festlegt, dass "die Miete 'portabel' ist [d.h. entweder an einem dafür festgesetzten Ort oder am Wohnsitz des Vermieters gezahlt werden muss, Anm.d.Ü]. Sie ist jedes Jahr am 1.Mai automatisch revidierbar"; ...";
Dass unter Anwendung dieser Klausel"
[nämlich von Artikel VI des unterzeichneten Mietvertrages, ndt] die den Unterzeichnern auferlegt ist, gemäß den Verordnungen von Artikel 1134 des Code civil der Vermieter nicht verpflichtet ist, den Mieter in Verzug zu setzen, oder auch nur die Zahlung seiner Mieten zu erbitten; – ein kurzer Blick auf → Artikel VI unseres tatsächlichen Vertrages genügt, um die wahrheitswidrige Manipulation festzustellen; auch an keiner anderen Stelle im Vertrag ist irgendwo die Rede von einer derartigen stillschweigenden Automatik bei der Revision der Miete. Hinzu kommt, dass in unserem Mietvertrag steht, die Miete werde "von den Parteien frei festgelegt"(s.z.B. Art.III, 1.Satz) – was zumindest eine Kommunikation in der Angelegenheit voraussetzt.

Aber M.Fauquet fährt fort : "Dass demzufolge [nämlich seinem fälschlich an die Stelle des echten gesetzten, einem von mir nicht unterzeichneten Mietvertrag zufolge, Anm.d.Ü.] Mlle A.Rochol den revidierten Mietbetrag spontan hätte bezahlen müssen, was sie sich seit ihrem Einzug geweigert hat zu tun." Die Unwissenheit über eine sehr unanständige List wäre also für diesen Vertreter des Gesetzes keine Entschuldigung. Der Betrug des Anwalts mündet in einer Anschuldigung, die mich vernichten sollte: "Das Einfrieren des Mietbetrages" "stellt eine wiederholte schwerwiegende Verletzung des Mietvertrages dar". In Wirklichkeit könnte und müsste M.Fauquet wissen, dass meine damaligen Vermieter dieses angebliche Einfrieren verursacht haben, indem sie ganz bewusst bei mir länger als zwölf Jahre hindurch über die Miete schwiegen. Und M.Fauquet kann weder Beweise noch Belege für eine gegenteilige Behauptung haben, obwohl er sich einfach das Recht nimmt, mich hiermit zu diffamieren.


    page V

Auf dieser Seite findet man vorhergehende Unwahrheiten noch einmal. M.Fauquet führt im Einzelnen die Aktionen der Selbstjustiz aus, die er und der Gerichtsvollzieher Jean-Paul Louvion im Sommer 2009 unternahmen, ohne über einen vollstreckbaren Titel zu verfügen. Die Belege für die angeblichen "zahlreichen Mahnungen" im Laufe "mehrerer Jahre" fehlen vollständig. Die "vereinbarte" Miete bis Juni 2009 betrug 351,-Euro, wie M.Calmon es selbst in → seinem Einschreibebrief vom 30.April 2009 angibt.
Die Behauptung am Ende der Seite 5, "Angesichts der Tatsache, dass die Mieterin weder irgendeine staatliche Unterstützung noch Wohngeld bezieht", ist falsch, wie Sie, meine lieben Leser, an der obigen Bescheinigung der Wohnbehörde sehen konnten; man darf fragen, ob es nicht ebenfalls seine Mandanten, meine früheren Vermieter, waren, die ihn – aus gutem Grund! – hierüber falsch informiert haben.



    page VI

Auf Seite 6 steigert sich der Schriftsatz von M.Fauquet bis hin zu einer schriftlichen Beleidigung, die die einmal begonnene Hetze sehr gut wiedergibt. Die auf mich angewandten Begriffe "Verirrungen" sowie "Delirium, Wahn" kommen wahrscheinlich den heimlichen Wünschen meiner Gegner entgegen, die ihren Wortschatz der Rauschgiftszene entnehmen, nur schade für sie, dass dieses mir unterstellte "Delirium" auf einem Text fußt, den Louis Fauquet für sein sogenanntes „Zitat" von meiner Website erst mit Rechtschreibfehlern durchsetzen und beträchtlich zurechtstutzen musste. Auch wenn ich den Text, sobald mir das Gericht die Echtheit des Urteils bestätigt hatte, von meiner Startseite entfernt habe, fühle ich mich nun genötigt, ihn vollständig und in der Form zugänglich zu machen, in der er im März 2010 auf meiner Startseite stand: „Hilfe! Sind das nicht die Methoden einer Geheimgesellschaft?“ - S.1/3, S.2/3 und S.3/3 . Heute hätte ich diesen Artikel gewiss nicht wieder so formuliert, aber er soll jetzt ausschließlich meiner Verteidigung dienen.

    page VII

    page VIII




________________



    Es folgt der erste Brief des Rechtsanwalts Louis Fauquet vom 9.Juni 2009:


    page I

Hier fällt sehr auf, dass M.Fauquet auf keinerlei präzise Textstelle im Mietvertrag Bezug nimmt, und vor allem, dass er nirgendwo sein Hauptargument von Seite 4 des obigen Schlussantrags vom 15.Juni 2010 anführt - das Argument, das doch den Angelpunkt seines Prozessbetruges bildete. Sollte ich es nicht erfahren?

    page II

Bis zu dieser Seite erkennt man bereits mindestens eine Unwahrheit, nämlich, dass ich "immer abgelehnt hätte, den nach dem Index revidierten Mietbetrag zu zahlen". Wer hat nur diese Unwahrheit ohne jeden Beweis und mit der Absicht, mir zu schaden, in die Welt gesetzt?
Es folgt eine sehr ernstzunehmende Drohung und eine "Inverzugsetzung", die sich jedoch nicht auf handfeste Nachweise stützen kann.
Die nächste Unwahrheit lässt nicht auf sich warten: meine "monatlichen Zahlungen" wären "immer unregelmäßig und unvollständig gewesen" – Letzteres ist sogar eine freche Unwahrheit, wenn man meine einzelnen Zahlungsbelege (auf der ersten verlinkten Internetseite zu diesem Thema) gesehen hat. M.Fauquet kann sich auch hier auf die bloßen Worte meiner Vermieter verlassen haben, wodurch die verleumderische Wirkung nicht verringert wird.
Und warum stand auf keinem der Empfangsscheine ("reçus"), die mir meine Vermieter ab 2003 anstelle der Quittungen ("quittances") gaben [eine allzu subtile Distinktion, die schon nach betrügerischen Absichten riecht, Anm.d.Ü.], der angeblich reale Mietbetrag in seiner vollen Höhe – so wie es natürlich wäre und im Übrigen auch üblich ist?
Und warum haben meine Vermieter auch der Wohnbehörde systematisch die reale Miethöhe – über Jahre hinweg – verschwiegen?


    page III

Die erneute Beschuldigung, der zufolge ich "jegliche Erhöhung... sowie die jährlichen Abrechnungen der Nebenkostenvorauszahlungen immer abgelehnt" hätte – die mir in Wirklichkeit nie in irgendeiner Form vorgelegt worden waren, entbehrt ebenfalls der Belege, hat aber doch eine rufschädigende Wirkung. Die nachfolgende unbewiesene Behauptung ist in letzterer Hinsicht wahrscheinlich noch viel schwerwiegender: "ihre Auseinandersetzungen mit ihren Flurnachbarn". Ich verstand mich sehr gut mit all den neu eingezogenen Nachbarinnen aus Polen und China. Vor allem die Chinesinnen waren ausgesprochen freundlich und nett. Nicht lange vorher hatten die neuen Eigentümer des 5m²-Zimmerchens neben dem von mir gemieteten, die hin und wieder kamen, die Wand zu meiner Seite hin durchstoßen, was wahrscheinlich mit dem umfangreicheren Wasserschaden zusammenhing, den sie in ihrem Zimmer verursacht hatten.

    page IV

M.Fauquet wirft mir hier vor, mich zu beklagen; tatsächlich habe ich schlicht und einfach auf den →Einschreibebrief meiner Vermieter vom 30.April 2009 geantwortet, indem ich einen Vergleich zwischen den erschwerten Mietverhältnissen einerseits und der plötzlichen Erhöhung der Miete um mehr als 50% andererseits aufstellte, unter dem Hinweis auf den illegalen Charakter einer solchen Erhöhung.
Die außergewöhnliche Arroganz des Rechtsanwalts Louis Fauquet, der es im Verlauf des Prozesses ablehnen sollte, mich über seine eigenen Schriftsätze in dieser Sache zu informieren, geht Hand in Hand mit dem Fehlen der Belege für seine unwahren Behauptungen zu meinen Lasten.


    page V

    page VI

    page VII

    page VIII


Annette Rochol im Oktober 2014.




PS:

Ein(e) Außenstehende(r), - vielleicht Sie, mein(e) liebe(r) Leser(in) (ich bin Ihnen wirklich dankbar, allein schon für ihr Interesse!) wird vielleicht, an dieser Stelle angelangt, seufzend sagen: - Aber bei der subtilen Unterscheidung zwischen 'quittances' und 'reçu' (nach dem Lexikon sind es übrigens Synonyme, gleichbedeutend mit 'Quittungen' im Deutschen) hätte sie doch merken müssen, dass etwas nicht stimmt - sie hätte Klarheit schaffen müssen. Darauf kann ich Ihnen versichern, dass ich seit dem Zeitpunkt äußerst alarmiert war, auch wenn mir die ganze Hinterhältigkeit des Plans noch nicht klar war: ich schrieb mehrere Einschreibebriefe an meine Vermieter, in denen ich daran erinnerte, dass ich doch die ganze Mietsumme bezahlt hätte und folglich eine "quittance" bekommen müsse. Hinzukommt, dass es praktisch unmöglich war und wahrscheinlich immer noch ist, ohne die 'quittances' des vorherigen Vermieters ein anderes Zimmer vermietet zu bekommen. Und diese Einschreiben von mir lehnten meine Vermieter buchstäblich ab; sie kamen ungelesen zurück (vier von ihnen aus den Jahren 2003 bis Ende 2005 habe ich noch: von April 2003, von Dezember 2003, von Dezember 2004, von Dezember 2005). Kommunikation in der Sache also abgelehnt!